Muster erkennen: Warum wir immer wieder dasselbe erleben
Muster erkennen: Warum sich Konflikte immer wiederholen
Kennst du das Gefühl – schon wieder? Ein Streit der sich anfühlt wie der letzte. Eine Dynamik in einer neuen Beziehung die sich seltsam vertraut anfühlt. Eine Situation bei der du denkst: Das habe ich doch schon einmal erlebt. Das ist kein Zufall. Und es ist kein Pech. Es sind Muster. Und sie zu verstehen ist einer der wirksamsten Schritte die du für dich und deine Beziehungen tun kannst.
Was Muster sind – und woher sie kommen
Ein Muster ist eine automatische Reaktion auf eine bekannte Situation. Dein Gehirn lernt schnell. Es speichert was in der Vergangenheit funktioniert hat – oder was sich in der Vergangenheit sicher angefühlt hat. Und es wiederholt diese Reaktion immer wieder. Oft ohne dass wir es merken.
Diese Muster entstehen früh. In der Herkunftsfamilie. In den ersten Beziehungen. In den Momenten in denen wir gelernt haben wie die Welt funktioniert – und welche Rolle wir darin spielen. Vielleicht hast du früh gelernt: Wenn ich mich anpasse bekomme ich Nähe. Wenn ich stark bin werde ich gebraucht. Wenn ich schweige bleibt der Friede.
Diese Lernprozesse waren einmal sinnvoll. Sie haben dir geholfen zu überleben – emotional, manchmal auch buchstäblich. Das Problem: Sie laufen weiter. Auch wenn die Situation sich längst verändert hat. Auch wenn du längst erwachsen bist. Auch wenn das alte Muster dir heute schadet.
Warum wir unsere eigenen Muster nicht sehen
Das Tückische an Mustern ist: Sie fühlen sich nicht wie Muster an. Sie fühlen sich an wie die Realität.
Wenn du immer wieder in Beziehungen landest in denen du zu viel gibst und zu wenig bekommst – dann fühlt sich das nicht wie ein Muster an. Es fühlt sich an wie dein Leben. Wenn du in Konflikten immer schweigst und dich zurückziehst – dann fühlt sich das nicht wie eine Strategie an. Es fühlt sich an wie du. Das macht Muster so schwer zu verändern. Nicht weil sie komplex sind. Sondern weil wir sie nicht von außen sehen können wenn wir mittendrin sind.
Die häufigsten Beziehungsmuster
Das Überfunktions-Muster
Du übernimmst Verantwortung – auch die von anderen. Du organisierst, planst, hältst zusammen. Und fragst dich warum du so erschöpft bist und warum niemand dasselbe für dich tut.
Das Rückzugs-Muster
Wenn es schwierig wird ziehst du dich zurück. Nicht weil du nicht willst. Sondern weil Konflikt sich für dich gefährlich anfühlt – und Abstand sich sicherer anfühlt als Auseinandersetzung.
Das Harmonie-Muster
Du vermeidest Konflikte um jeden Preis. Sagst ja wenn du nein meinst. Passt dich an – und merkst irgendwann dass du nicht mehr weißt was du selbst willst.
Das Wiederholungs-Muster
Du landest immer wieder in ähnlichen Beziehungen. Mit ähnlichen Dynamiken. Ähnlichen Problemen. Andere Menschen – aber dasselbe Thema.
Wie Muster sich verändern lassen
Der erste Schritt ist Sichtbarkeit. Ein Muster das du siehst hat weniger Macht als ein Muster das im Verborgenen läuft. Das bedeutet nicht dass es sofort verschwindet. Muster die sich über Jahre entwickelt haben verändern sich nicht über Nacht. Aber wenn du weißt was passiert – hast du eine Wahl.
Du kannst bemerken wenn das Muster auftaucht. Du kannst innehalten. Du kannst bewusst anders wählen. Das ist kein Willensakt. Es ist ein Prozess. Ein Prozess der Zeit braucht, Aufmerksamkeit braucht – und oft jemanden der von außen sieht was du selbst noch nicht siehst.
Systemische Arbeit und Muster
Systemische Arbeit ist besonders wirksam bei Mustern – weil sie nicht nur das Individuum betrachtet.
Sondern das System. Die Frage ist nicht nur: Warum verhältst du dich so?
Sondern: In welchem System hast du dieses Verhalten gelernt? Welche Funktion hatte es dort? Und was brauchst du heute stattdessen?
Diese Perspektive verändert alles. Weil sie aufhört zu suchen wer schuld ist – und anfängt zu verstehen was wirklich passiert.
Was bedeutet das für dich?
Wenn du das Gefühl kennst: Schon wieder. Wenn du merkst dass sich Themen wiederholen – in verschiedenen Beziehungen, in verschiedenen Kontexten – dann ist das kein Zeichen dass etwas mit dir nicht stimmt.
Es ist ein Zeichen dass da etwas gesehen werden möchte. Der erste Schritt ist nicht Veränderung. Der erste Schritt ist Verstehen.
Und dafür braucht es einen Raum in dem du ehrlich hinschauen kannst – ohne Bewertung, ohne Druck, mit dem Respekt für das was dich dahin gebracht hat.
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Marlene Kerschis ist systemische Coach & Beraterin aus Starnberg. Sie begleitet Menschen dabei, eigene Muster zu erkennen und Beziehungsdynamiken zu verstehen – privat und im beruflichen Kontext.

