Führungskraft an Grenzen – was hilft wirklich

Du führst. Du triffst Entscheidungen. Du motivierst. Du delegierst. Du hältst zusammen. Und trotzdem: Irgendwie reicht es nicht mehr. Das Team zieht nicht so wie früher. Oder du ziehst nicht mehr so wie früher. Konflikte die sich wiederholen. Mitarbeiter die du nicht mehr verstehst – oder die dich nicht mehr verstehen.

Und irgendwo im Hintergrund das Gefühl: Früher war das einfacher.

Warum Führung an Grenzen stößt

Die meisten Führungskräfte die an ihre Grenzen stoßen suchen das Problem zuerst im Außen. Das Team ist schwierig. Die Strukturen stimmen nicht. Die Generation Z versteht nicht was Arbeit bedeutet. Der Druck von oben ist zu groß. Manchmal stimmt das.

Aber oft ist das eigentliche Thema ein anderes. Die Art wie du führst – sie hat sich über Jahre entwickelt. Aus dem was funktioniert hat. Aus dem was von dir erwartet wurde. Aus den Mustern die du schon lange vor deiner Führungsrolle mitgebracht hast. Und irgendwann passt diese Art nicht mehr. Nicht weil du versagst. Sondern weil sich etwas verändert hat – du selbst, dein Team, die Welt um dich herum.

Das ist kein Versagen. Das ist ein Wendepunkt.

Das Generationenproblem – oder was wirklich dahintersteckt

Generationenkonflikte sind eines der meistgenannten Themen in Gesprächen mit Führungskräften heute. Unterschiedliche Werte. Unterschiedliche Erwartungen an Arbeit und Leben. Unterschiedliche Vorstellungen davon was Einsatz, Loyalität und Leistung bedeuten. Diese Unterschiede sind real. Sie zu ignorieren hilft nicht. Aber was viele Führungskräfte übersehen: Hinter dem Generationenkonflikt steckt oft ein tieferes Thema. Wessen Werte sind die richtigen? Wessen Realität hat Gültigkeit? Wer darf bestimmen wie Arbeit aussieht?

Das sind keine fachlichen Fragen. Das sind Fragen über Macht, Anerkennung und die eigene Identität als Führungskraft. Und die lassen sich nicht mit einem Kommunikationsseminar lösen.

Was nicht hilft – und warum trotzdem immer wieder dazu gegriffen wird

Mehr Effizienz.
Zeitmanagement, Priorisierung, Delegation. All das kann helfen – aber es kratzt an der Oberfläche. Wenn das eigentliche Problem in der Dynamik liegt, hilft mehr Struktur nicht.

Motivationstraining für das Team.
Manchmal ist das Team nicht das Problem. Manchmal ist die Frage was das Team von dir braucht eine die du noch nicht gestellt hast.

Einfach durchhalten.
Die meistgenutzte Strategie. Und die kostspieligste – weil sie das Problem nicht löst sondern nur verschiebt.

Was wirklich hilft

Ehrlich hinschauen.
Nicht auf das Team. Auf dich.

Welche Rolle spielst du in den Dynamiken die dich erschöpfen? Was trägst du mit in den Raum – an Erwartungen, an Mustern, an unausgesprochenen Annahmen? Das ist keine Selbstkritik. Es ist Selbsterkenntnis. Und sie ist der Anfang von wirklicher Veränderung.

Die Dynamiken sichtbar machen.
Wer übernimmt in deinem Team Verantwortung? Wer weicht aus? Wer bestimmt wirklich? Welche unausgesprochenen Loyalitäten steuern das Miteinander? Diese Dynamiken sind unsichtbar – aber sie steuern alles. Wer sie sieht kann sie gestalten.

Einen Raum finden der außerhalb steht.
Nicht der Coach der dir sagt was du tun sollst. Nicht das Seminar das dir neue Werkzeuge gibt. Sondern jemand der mit dir schaut – auf das was wirklich passiert. Und der sieht was du selbst nicht mehr siehst wenn du mittendrin bist.

Die Frage die sich lohnt

Wenn du an deine Grenzen stößt – lohnt sich eine Frage mehr als alle anderen: Was will mir das zeigen?

Nicht im esoterischen Sinne. Sondern ganz konkret: Was funktioniert in meiner Führung nicht mehr? Was brauche ich selbst um wieder wirkungsvoll zu sein? Was braucht mein Team von mir – das ich bisher nicht gegeben habe oder nicht geben konnte? Diese Fragen sind unbequem. Aber sie sind die einzigen die wirklich weiterführen.

Wann Begleitung sinnvoll ist

Führungsbegleitung ist nicht für Führungskräfte die gescheitert sind. Sie ist für Führungskräfte die verstehen wollen. Die nicht nur das nächste Quartal überstehen wollen – sondern wirklich führen wollen. Mit Klarheit. Mit Wirkung. Mit sich selbst im Reinen.

Wenn du spürst dass du an einem Punkt bist wo mehr auf dem Spiel steht als Effizienz – dann lohnt es sich innezuhalten. Und ehrlich hinzuschauen.

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Marlene Kerschis ist systemische Coach, Beraterin und Facilitatorin aus Starnberg. Sie begleitet Führungskräfte und Teams dabei, Dynamiken zu verstehen und Führung neu auszurichten – mit systemischer Tiefe und dem Blick für das was wirklich wirkt.

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Muster erkennen: Warum wir immer wieder dasselbe erleben